Kreativität beginnt für mich nicht mit einer Idee, die richtig ausgeführt werden muss. Sie beginnt dort, wo die Hände etwas wissen dürfen, bevor der Kopf eine Erklärung gefunden hat.
Wenn Farbe eine Spur legt
Ein Strich, eine Fläche, ein übermaltes Detail: Im Arbeiten entstehen Spuren. Manche führen zu einer Erinnerung, andere nur zu einem Atemzug mehr Raum. Beides darf genügen.
Ein Bild muss nichts beweisen. Es darf ein Ort sein, an dem etwas in Bewegung kommt.
Ich arbeite langsam, in Schichten und mit Pausen. Dabei helfen mir drei einfache Haltungen:
- neugierig bleiben, statt das Ergebnis vorwegzunehmen,
- das Unfertige nicht sofort korrigieren,
- aufhören, wenn das Bild still geworden ist.
Der Weg bleibt offen
Gestalten ersetzt keine Therapie. Es kann aber eine Form der Selbstbegegnung sein: ehrlich, körperlich und ohne den Zwang, für alles sofort Worte zu finden.
